Flüssige Vorzüge

Liquid Assets

von Carolyn Fulton
ins Deutsche übersetzt von Sugambra

Das muss aufhören.

Dieser Gedanke schoss zum hundertsten Mal durch den Kopf von Major Kira Nerys, während sie über den Schreibtisch hinweg den Sicherheitschef von Deep Space Nine anschaute, der erstarrt zu sein schien mit Ausnahme eines Armes, mit dem er ein Datenpadd hielt. Seit dem Ende der letzten Besatzung der Station durch das Dominion, als es ausgesehen hatte, als ob Odo seine Freunde und seine Verpflichtungen gegenüber der Föderation für immer aufgegeben hätte, lag zwischen dem bajoranischen ersten Offizier und dem Wechselbalg eine Spannung in der Luft, wann immer sie gezwungen waren, einander zu begegnen.

Die einzige Ausnahme waren ein paar kurze Stunden gewesen, die sie in Jadzias Ankleidezimmer verbracht hatten. Da hatte Kira Odo gezwungen, sich hinzusetzen und mit ihr zu reden, während Dax' Junggesellinnenparty im Hintergrund getobt hatte. Am Ende des Abends - oder, genauer gesagt um halb elf am nächsten Morgen - hatte Kira angenommen, dass alles wieder so gut wie beim alten gewesen wäre.

Aber die Spannung war geblieben. Nicht so sehr wegen der Ereignisse während der Besatzung, sondern wegen dessen, was zu deren Ende hin passiert war. Als Odo sich entschlossen hatte, ein weiteres Mal sein Volk zu verlassen und der Föderation dabei zu helfen, die Station wieder zu übernehmen, hatte Kira ihn nach dem Grund gefragt. Sie konnte sich immer noch an den Ausdruck in diesen tief liegenden, weit blickenden blauen Augen erinnern, die sie mit mehr Selbstsicherheit fixiert hatten als sie es jemals zuvor bei ihrem Freund gesehen hatte.

"Ich glaube, Sie wissen warum", hatte Odo ruhig gesagt. Es stimmte, sie wusste es tatsächlich. Kira zuckte zusammen bei dem Schuldgefühl, das sie überfiel.

Er hat es getan, weil er mich liebt.

Es hatte Jahre gedauert, bis er den Mut aufgebracht hatte, es ihr zu sagen - zweihundert Jahre, um genau zu sein. Es musste erst eine ältere, weisere Version ihres Freundes erscheinen, die hatte zusehen müssen, wie Kira in einer anderen Zeitlinie vor zwei Jahrhunderten starb, um endlich die Worte zu sagen, die auszusprechen dem Odo, den Kira kannte, mit dem sie zusammen arbeitete, den sie als Freund schätzte, unmöglich war.

Ich liebe dich, Nerys. Ich habe dich immer geliebt.

Kira hatte oft von den Vedeks und den Prylaren und durch die Schriften der Propheten den Eindruck gewonnen, dass die Liebe ein Segen sei, den man willkommen heißen und pflegen müsse. Aber Odos Liebe machte ihr Angst. Ein wie guter Freund er auch immer noch war, wie viel sie auch immer noch für ihn empfand trotz der Entfremdung, die plötzlich zwischen ihnen herrschte, so flößte der Gedanke, Odos Liebe möglicherweise zu erwidern, Kira absolutes Grauen ein. Odo war so -

Fremdartig.

"Wäre das dann alles, Major?" Kira riss sich aus ihren Tagträumen und sah den Wechselbalg an, der steif hinter seinem Schreibtisch saß und seine umwölkten blauen Augen auf sie gerichtet hatte. Vorsichtig fuhr Odo fort: "Denn ich habe mehrere Berichte, und ich hatte zugesagt, sie zu -"

"Würden Sie heute mit mir zu Abend essen? In meinem Quartier?"

Für einen Moment überlegte Kira, wer die Einladung wohl ausgesprochen hätte. Dann erkannte sie erstaunt, dass die Worte aus ihrem eigenen Mund gekommen waren. Sie schluckte und zwang sich dazu, ruhig zu warten, was für eine Antwort auch immer ihr Freund wohl geben würde.

"Heute Abend?" Die Reaktion war bewunderungswürdig gleichmütig, ein auffallender Kontrast zu den widerstreitenden Empfindungen von Erstaunen und Bestürzung, die in den Augen ihres Freundes aufleuchteten. "Ich - ich - um wieviel Uhr, Major?"

Er hat zugesagt. Er wird heute Abend kommen. Für einen Augenblick wusste Kira nicht, ob sie erleichtert oder entsetzt sein sollte. "Ist Ihnen 20 Uhr Recht?"

"Das ist in Ordnung, Major." Odo nickte ihr ernst zu. Seine Förmlichkeit war fast putzig. Er schien sein Gedächtnis zu durchforschen, zweifellos auf der Suche nach einer korrekten zusätzlichen Erwiderung auf solch eine Einladung. "Es wird mir ein Vergnügen sein, zu Ihnen zu kommen. Kann ich irgendetwas mitbringen?"

Kira dachte hilflos nach. "Wie wäre es mit einer Flasche bajoranischen Frühlingsweins?" war der einzige Vorschlag, der ihr in den Sinn kam, und sogar sie krümmte sich bei der Erkenntnis, wie lahm er war. "Unrepliziert", fügte sie hinzu und fühlte sich ein kleines bisschen origineller.

"Aber gerne." Odo nickte ihr nochmals ernst zu. "Ich freue mich schon darauf." Dann reagierte Kira endlich auf die stumme Bitte, die in seinen Augen lag und verließ das Sicherheitsbüro. Ihre eigenen Gedanken waren ein verschwommenes Wirrwarr.

Warum hast du ihn bloß gefragt? schrie eine innere Stimme sie an. Weil, erwiderte sie, wir diese Angelegenheit endlich bereinigen müssen. Weil Odo mein Freund ist und ich ihn liebe.

Das bedeutungsvolle Wort war heraus, bevor sie es verhindern konnte, und Kiras grundsätzliche Ehrlichkeit zwang sie dazu, es zu untersuchen, seinen Sinn abzuwägen. Liebe. Ja, ich liebe ihn. Er ist mein ältester Freund auf der Station - einer der ältesten Freunde, die ich überhaupt habe, jetzt, da so viele von ihnen gestorben sind.

Kira hatte ihre alte Freundin Lupaza noch nie so sehr vermisst wie gerade in diesem Moment. Ich frage mich, was Lupaza wohl über Odo gedacht hätte? überlegte sie. Und erkannte erschrocken, dass Lupaza tatsächlich einmal ihren Eindruck vom Sicherheitschef der Station, Deep Space Nines einzigem Überbleibsel aus der cardassianischen Besatzung von Bajor, geäußert hatte.

Zu dem Zeitpunkt hatten sie schon einige Gläser Frühlingswein intus gehabt - Lupaza war auf der Station zu Besuch bei Kira, kurz nachdem Odos Volk im Gamma Quadranten entdeckt worden war. Kira hatte von der Welt der Wechselbälger erzählt und von der Entdeckung, dass Odos Volk tatsächlich die Führer des Dominion waren, während Lupaza mit einem gedankenvollen Gesichtsausdruck zuhörte.

Als Kira geendet hatte, hatte Lupaza dagesessen und für einen Moment ihre Worte überdacht. Schließlich hatte sie gefragt: "Warum ist er hierhin zurückgekommen? Warum ist er nicht bei seinem Volk geblieben?"

"Das habe ich dir doch erzählt. Er hat sie dazu gebracht, uns gehen zu lassen. Vermutlich hat er unser Leben gerettet."

"Ja, aber das hätte er doch auch tun und trotzdem dort bleiben können, nicht wahr? Ich dachte, er hätte sein ganzes Leben lang gehofft, sein Volk zu finden."

"Ja, aber sie waren nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Für Odo ist Gerechtigkeit das Allerwichtigste."

Lupazas bewegliches Gesicht hatte ihre Skepsis deutlich gezeigt. "Nerys, Gerechtigkeit ist etwas Theoretisches. Man gibt seinen Lebenstraum nicht wegen etwas Theoretischem auf."

"Odo ist - anders."

Lupaza hatte die Schultern gezuckt und es dabei belassen. "Er hat wunderschöne Augen, nicht wahr? Man sieht nicht oft Augen dieser Farbe, wenigstens nicht auf Bajor." Ihre eigenen dunklen Augen hatten geglänzt vor Übermut. "Sag mal, hast du je daran gedacht..."

"Woran?"

"Du weißt schon."

Kira hatte fühlen können, wie ihr die Röte in die Wangen stieg. "Ich habe keine Ahnung", hatte sie beharrt, obwohl ihr Gesicht sie Lügen strafte.

"Also, Nerys, er ist nun mal ein Formwandler. Diese humanoide Form, die er annimmt - weißt du, ob sie - Detail getreu ist?"

"Ich habe keine Ahnung! Und ich werde auch nicht versuchen, es herauszufinden!"

"Wo ist dein Unternehmungsgeist geblieben? Wenn er jede Form, die er will, so lange beibehalten kann, wie er will - wie lange, hast du noch mal gesagt, kann er in fester Form bleiben?"

"Ich habe nichts davon gesagt!" Eine erwartungsvolle Stille hatte den Raum gefüllt, während Lupaza geduldig auf die Information wartete. "Sechzehn Stunden", hatte Kira widerwillig zugegeben.

"Sechzehn Stunden - ich bin mir nicht sicher, ob du danach noch laufen könntest, aber meinst du nicht auch, es wäre lustig, das mal herauszufinden?"

"Lupaza!" Kira hatte auf die Frage ihrer Freundin mit einem Schrei voller entzückter Empörung reagiert. Beide Frauen hatten gelacht, bis ihnen die Tränen kamen, und dann hatte Kira etwas ernster hinzugefügt: "Odo tut so etwas nicht. Du solltest ihn mal hören, wenn er über 'Paarungen' redet, als wäre es eine Art von - chronischer Erkrankung."

"Ich weiß ja nicht." Lupaza hatte ihr wunderbares Lächeln gezeigt. "Vielleicht würde es einen Versuch lohnen, ihn 'bettlägerig' zu machen."

Nun blickte Kira in der Zeit zurück und dachte traurig an ihre tote Freundin.

Lupaza hätte keine Angst gehabt, verhöhnte Kira sich selbst. Lupaza wäre bereit gewesen, einen Versuch zu wagen, einfach um herauszufinden, ob es klappen würde.

Kira kehrte in ihr Quartier zurück, als ihre Dienstschicht endete und machte sich daran, den Tisch für zwei Personen zu decken, obwohl sie doch wusste, dass Odo nicht essen würde. Es kam ihr nur komisch vor, jemanden zum Essen einzuladen, ohne auch für ihn zu decken - sie entschloss sich, ihr Bestes zu geben und entzündete ein Paar schlanker, weißer Kerzen, so dass ein Duft von Nadala-Blüten bald die Luft erfüllte. Kira atmete tief das leichte, beruhigende Aroma ein, entledigte sich hastig ihrer Uniform und zog das rote Kleid an, das sie auf Dax' Junggesellinnenparty getragen hatte. Das Kleid selbst war bequem; es passte sich ihrem Oberkörper an wie eine gekräuselte zweite Haut und ließ ihre Beine und Füße frei, so dass sie das Gefühl des Teppichs unter ihren Zehen genießen konnte.

Der Türsummer ertönte Punkt 20 Uhr. Odo würde sogar versuchen, zu seiner Hinrichtung pünktlich zu sein, dachte Kira plötzlich amüsiert, und daher lächelte sie, als sie sich umdrehte, um ihren Gast zu begrüßen.

"Kommen Sie herein!"

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Odo blickte in das strahlende Gesicht der Frau, die ihn begrüßte und fragte sich, ober er gleich an Ort und Stelle zerfließen würde. Er war froh, dass er die Flasche Frühlingswein überreichen konnte, da er sich nicht zutraute, sie festhalten zu können. Bei den Propheten, ist sie schön. Sie ist das schönste Geschöpf, das ich je gesehen habe.

"Guten Abend, Nerys", sagte er vorsichtig. Odo war stolz auf sich, dass er sich daran erinnert hatte, dass er sie bei einem Anlass wie diesem nicht mit 'Major' anreden sollte. "Ich hoffe, dass der Wein richtig ist. Ich habe über den Jahrgang Informationen eingeholt - falls Quark nicht schon wieder die Flaschenetiketten ausgetauscht hat, müsste er gut sein."

"Ich bin sicher, dass er hervorragend ist." Einen Moment lang standen sie linkisch herum, und dann machte Kira eine Geste in Richtung Sofa. "Möchten Sie sich setzen?"

"Ja, danke." Odo hockte sich vorsichtig auf den Rand des Sofas und lehnte sich behutsam zurück, bis er in Kontakt mit der Rückenlehne kam. Verspätet erkannte er, dass er etwas anderes als seine Uniform hätte 'anziehen' sollen und versuchte, sich dafür zu entschuldigen. "Es tut mir Leid, dass ich mir nicht die Zeit genommen habe, mich umzuziehen - ich bin direkt vom Sicherheitsbüro hierher gekommen."

Kira stieß ein nervöses Lachen aus. "Diese Entschuldigung würde ich von jedem außer Ihnen annehmen, Odo. Sie können sich überall 'umziehen' - Sie haben es einfach vergessen, nicht?"

Odo zwang sich zu einem Lächeln, während er die Durchsichtigkeit seines Täuschungsversuchs eingestand. "Ich fürchte, ja."

"Also - dann machen Sie mal und ziehen sich jetzt um. Ich werde auch nicht gucken." Kira schloss spielerisch ihre Augen, und Odo fragte sich, wie ihre Wimpern sich wohl anfühlen würden, wenn er seine Hände ausstrecken und sie mit seinen Fingerspitzen berühren würde. Dann schloss er seinerseits seine Augen und konzentrierte sich einen Moment lang. Er erinnerte sich an ein dunkelblaues Hemd und eine Hose aus weicher Wildseide, die zu kaufen Garak ihn hatte überreden wollen, damals, als er in einen Menschen verwandelt gewesen war. Der cardassianische Schneider hatte darauf bestanden, dass diese Kombination ihm ausgezeichnet stehen würde, und obwohl Odo dem Kaufangebot widerstanden hatte, formte er nun die Kleidungsstücke in seinem lebendigen Fleisch.

"In Ordnung", sagte er leise. Er fand Kiras Reaktion sowohl entnervend als auch befriedigend - ihr Lächeln verblasste etwas, und eine sanfte Röte stieg in ihre Wangen. Ihre warmen, schokoladenbraunen Augen verzogen sich ein bisschen in den Winkeln, als sie zustimmte:

"Gute Wahl, Constable." Ein ernsthafter Ton stahl sich in ihre Stimme. "Sie sehen gut aus."

"Sie aber auch", entgegnete Odo hastig und verfluchte sich dabei für seine Einfallslosigkeit. Er versuchte es noch einmal. "Sie sehen heute Abend einfach wunderschön aus." Dann überlegte er, ob das vielleicht als Andeutung aufgefasst werden könne, dass sie nicht immer so gut aussah. "Das tun Sie natürlich immer. Ich wollte damit nicht sagen, dass -"

"Psst, Odo", sagte Kira leise. "Es ist schon in Ordnung - ich bin genauso nervös wie Sie."

"Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich wäre." Odo zwang sich zu einem Lächeln und schaute auf zu Kira, die immer noch mit der Flasche Frühlingswein in der Hand linkisch dastand. "Möchten Sie sie vielleicht kühlen? Jetzt ist sie kalt, aber vielleicht möchten Sie sie auf Eis legen."

"Oh! Gute Idee!"

Kira war erleichtert, etwas zu tun zu haben und raste durch den Raum zum Replikator. Kurz darauf kehrte sie zurück. Sie hatte die Flasche in einem Kübel mit Eis untergebracht, den sie sich unter einen Arm geklemmt hatte, während sie in der freien Hand ein mit Wein gefülltes Glas hielt. Nachdem sie den Kübel auf dem niedrigen Tisch abgestellt hatte, der an einer Seite des Sofas stand, nahm sie einen tiefen Schluck des goldfarbenen Weines und ließ sich dann am entgegengesetzten Ende des Sofas nieder. Währenddessen ließ Odo seinen Blick auf den Muskeln ihres schlanken weißen Halses ruhen. Kira lächelte ihm zu, und ihre Zunge schnellte hervor, um einen Tropfen des Weines aus ihrem Mundwinkel zu lecken.

"Er ist köstlich. Danke, dass Sie ihn mitgebracht haben."

"Ich erinnere mich daran, wie sehr ich ihn gemocht habe, als ich humanoid war..." Eines der wenigen Dinge, die ich wirklich gemocht habe. Dieser sonderbare, beschränkte, unvorhersehbare, chaotische menschliche Körper. Er hat mich nicht einen Moment lang in Ruhe gelassen, wenn Nerys in der Nähe war. Es machte überhaupt nichts aus, dass sie schwanger war. Alles, was sie tun musste war, mich anzuschauen, und dieses lästige 'Organ' war in Hab-Acht-Stellung. Odo wagte es, ganz kurz einmal woanders hin als auf einen Punkt oberhalb von Kiras linker Schulter zu schauen und konstatierte, wie ihr Kleid sich an die schlanken Kurven ihres Körpers schmiegte und ihre Brustwarzen sich deutlich unter dem dehnbaren Stoff abzeichneten. Er schaute nur eine Sekunde lang hin, bevor er schuldbewusst seine Augen wieder auf Kiras Gesicht richtete - und fand ihren prüfenden Blick unmissverständlich auf die Gegend seines Schritts geheftet. Dann sah sie auf. Ein fahles Rot überzog ihre Wangen, als sie merkte, dass sie ertappt worden war.

"Das ist ein schöner Stoff - ich meine, das wäre es, wenn es Stoff wäre. Ich meine, es ist trotzdem schön - es sieht zumindest wie Stoff aus -" Jetzt war Kira an der Reihe, zu versuchen, ihre Worte zu erklären. Schließlich gab sie auf, hob die Weinflasche und füllte ihr Glas mit erleichterter Miene wieder. Odo empfand einen plötzlichen Anfall von Sympathie.

Wonach hat sie gesucht? überlegte er. Eigentlich sollte sie wissen, dass ich nicht auf die gleiche Weise reagiere wie ein Humanoide - das war so eingeschränkt, wenn alles vorüber war. Es ist nichts verglichen mit dem, was ich jetzt empfinde - jede Zelle in meinem Körper steht in Flammen bei dem Gedanken, sie zu berühren.

Nun, das kann sie aber nicht sehen, oder? Der Hohn überfiel ihn unerwartet. Vielleicht sucht sie nur irgendein Zeichen, das sie deuten kann. Odo bedachte diese Vorstellung mit etwas wie plötzlicher Erleuchtung. Das kann sie von mir haben.

Er wartete, bis Kira sich entschuldigte, um zum Replikator zurückzugehen und ihr Abendessen zuzubereiten, wobei sie ihm den Rücken zukehrte. In dem Moment veränderte Odo seine Form, so dass seine Kleidung von dem Körper darunter getrennt war, und er nahm noch einmal die Form an, die seinen Zustand als Humanoide gekennzeichnet hatte. Er konnte fühlen, wie seine Sensoren sich umverteilten - da er einen humanoiden Körper gehabt hatte, konnte er ihn jetzt perfekt nachahmen. Die Erektion eingeschlossen, die fast von selbst entstand als Reaktion auf die Frau, die sich endlich umdrehte, um ihn zu Tisch zu bitten. Odo war sowohl erfreut als auch verlegen, als er merkte, wie Kiras Blick wieder seinen Oberkörper hinab huschte und die Röte in ihren Wangen sich vertiefte angesichts dessen, was sie dort sah.

Als sie jedoch mit dem Tisch zwischen sich saßen, waren sie endlich in der Lage, sich soweit zu entspannen, dass sie eine halbwegs normale Unterhaltung führen konnten. Da Kira offensichtlich entschieden hatte, dass die Arbeit als Gesprächsthema tabu war, erkundigte sie sich lebhaft nach Mora Pol, dem bajoranischen Wissenschaftler, der für Odos Training zuständig gewesen war, als der Wechselbalg nichts als eine faszinierende Laborprobe zu sein schien. Auf gewisse Weise war Dr. Mora eine Art Adoptivvater des fremdartigen Lebewesens geworden, das ihm in Pflege gegeben worden war, und Odo lächelte, als er antwortete.

"Dr. Mora geht es gut - er kommt in drei Wochen auf die Station, um ein paar Tage lang zusammen mit Dax an einem Projekt zu arbeiten. Wir hoffen, dass wir etwas Zeit zusammen verbringen können." Odos Mund verzog sich in einer ärgerlichen Miene, als er die Wahrheit seiner Worte erkannte. "Wir haben einen weiten Weg zurückgelegt seit 'odo'ital'."

"'Odo'ital'?" Zu spät erkannte Odo seinen Fehler, als Kira seine Worte neugierig wiederholte. "Odo - Ital? Ist das Ihr voller Name? Was bedeutet er?"

"Er ist cardassianisch." Odo war überrascht, wie ruhig, wie gleichmütig seine Stimme klang. "Er bedeutet 'nichts'."

Kiras Augen weiteten sich indigniert. "Die haben Sie 'nichts' genannt? Typisch für die Cardassianer."

"Tatsächlich waren es die bajoranischen Wissenschaftler, die mich so genannt haben." Egal wie sehr es seine Chancen bei der Frau, die ihm gegenüber saß, verschlechtern würde, die Wahrheit musste doch die Oberhand behalten. "Sie gebrauchten es als meine cardassianische Laborkennzeichnung, bevor sie wussten, was ich war - als sie erkannten, dass ich empfindungsfähig war, gebrauchten sie es wie einen bajoranischen Namen - Odo Ital."

"Es tut mir Leid", wisperte Kira.

"Sie können doch nichts dafür." Odo zuckte die Achseln und zwang einen heiteren Klang in seine Stimme. "Das ist lange her. Außerdem kann niemand außer Dr. Mora behaupten, dass er acht größere wissenschaftliche Abhandlungen über 'Nichts' verfasst hat."

Kira lächelte, und Odo konnte fühlen, wie sein Inneres in Aufruhr geriet. "Ich weiß nicht ganz - ich glaube, viele von ihnen schreiben darüber. Wenigstens ist Dr. Moras 'Nichts' interessanter."

Die Unterhaltung wandte sich unwichtigen Dingen zu, und Odo atmete ruhiger. Genau bis zu dem Augenblick, als Kira ihren Teller beiseite schob und etwas unbeholfen darauf hinwies, dass man auf dem Sofa doch bequemer säße.

"In Ordnung." Odo stand auf und wappnete sich für Überraschungen jeglicher Art, die der Abend ihm vielleicht noch bieten würde.

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Zum wohl zehntausendsten Mal an diesem Abend wünschte sich Kira, sie hätte etwas mehr als Körperlotion und ein einziges, winziges Unterwäschestück unter ihrem roten Kleid getragen. Der Frühlingswein war ihr geradewegs in den Kopf gestiegen, und in andere Körperteile auch - ihre Brustwarzen fühlten sich unter dem eng anliegenden Stoff ständig geschwollen an, und dort, wo ihre Beine zusammentrafen, fühlte sie ein Pochen. Sie wusste, dass manche Flasche Frühlingswein mit Illisi-Kräutern gebraut wurde, und die galten als Aphrodosiakum. Einen kurzen Moment lang beäugte sie Odo mit der Spur eines Verdachts, den sie aber sofort wieder verwarf. Wenn jemand ehrenhaft war, dann Odo.

Was mehr ist, als man von Quark behaupten kann. Kira dachte missmutig über den kleinen Ferengi nach und überlegte, wie er wohl 'einen guten Jahrgang' definieren würde. Dann konzentrierte sie ihre Aufmerksamkeit darauf, sich noch einmal ihr Glas zu füllen und war überrascht, als die letzten paar Tropfen in das leere Glas fielen.

Odos Gesichtsausdruck wurde sofort wieder entschuldigend. "Es tut mir Leid. Ich hätte noch eine Flasche mitbringen sollen."

"Tatsächlich bedeutet das wohl eher, dass ich genug gehabt habe." Kira setzte sie Flasche vorsichtig auf den Boden neben dem Sofa und wurde sich letztendlich des leichten und nicht unangenehmen Schwindelgefühls bewusst, das sie bei jeder Bewegung zu verspüren schien. Dann heftete sie ihren Blick auf Odos Gesicht und musterte seine besorgt dreinschauenden blauen Augen. Er hat tatsächlich einen Schlafzimmerblick, überlegte sie. Diese idanianische Frau hatte Recht. Abrupt fragte sie: "Haben Sie je wieder von ihr gehört?"

"Von wem?" Odo sah verwirrt aus.

"Von dieser Frau, die gegen einen der Führer des Orion-Syndikats aussagen wollte. Arissa."

"Nein. Nein, das habe ich nicht." Odos Augen verdunkelten sich. "Das hatte ich auch nicht erwartet."

"Haben Sie -" Kira hielt feinfühlig inne. Sie war selbst nicht sicher, was sie als nächstes sagen würde. "Haben Sie sie geliebt?"

Odo sah nicht besonders überrascht angesichts dieser unverblümten Frage aus. "Auf eine Weise, ja, " sagte er einfach. "Sie war nicht - sie war nicht das, was ich mir am meisten wünschte, aber sie war mehr, als ich je zu bekommen erwartet hatte."

'Was ich mir am meistens wünschte' wand sich nervös auf der Couch. Kira blickte dorthin, wo Odos linke Hand sittsam auf seinem linken Knie lag, nur zehn Zentimeter entfernt von ihrer rechten Hand. Sie streckte sie vorsichtig aus und ließ sie sanft auf Odos ruhen. Nachdem ihr Freund zunächst überrascht zusammengefahren war, ließ Kira ihre Finger sich mit Odos langen, schlanken Fingern verschränken und drückte sie. "Entschuldigung, ich wollte Sie nicht daran erinnern."

"Es ist keine unangenehme Erinnerung." Odo erkannte diese Wahrheit mit einem traurigen, süßen Lächeln an. "Ich war wirklich glücklich, wenn auch nur für eine Nacht."

'Wenn auch nur für eine Nacht'... soso, überlegte Kira, dann hatte Dax also Recht. Die Frau hat mehr getan, als nur die Nacht in Odos Quartier zu verbringen. "Das erste Mal ist immer herrlich, nicht wahr?" Die Frage sprudelte ganz automatisch aus einer Kammer tief in Kiras Unterbewusstsein hervor, die zuzuschlagen und zu verschließen sie umgehend beschloss. Ihr Gesicht nahm dieselbe Farbe wie ihr Kleid an. "Ich wollte damit nicht - ich wollte nicht sagen, dass -" Verdammt, verdammt, verdammt. Was wolltest du denn sagen, Nerys? Viel Vergnügen dabei, dich hier wieder herauszuwinden!

Einen Augenblick später machte sie sich wieder einmal Vorwürfe, weil sie vergessen hatte, dass Odo grundsätzlich ein Gentleman war, und ein ehrlicher dazu. "Sie haben Recht", sagte er einfach. "Es war das erste Mal - das allererste Mal - und es war wundervoll." Kira sah die Spur eines Lächelns auf Odos abgewandtem Gesicht. "Für nichts auf der Welt würde ich auf diese Stunden verzichten wollen, wieviel Schmerz auch immer danach folgte. Ich habe mich endlich jemandem geöffnet und bin meinem Herzen gefolgt. Es war eine harte Lektion für mich, aber ich würde sie gegen nichts eintauschen."

Während Odo diese Worte leise aussprach, hatte er die ganze Zeit einen Punkt vor seinen Knien fixiert, Kira hingegen starrte auf sein Profil und kämpfte gegen den Kloß, der in ihrer Kehle aufstieg. Kira hatte mit untergeschlagenen Beinen dagesessen. Ohne sich Zeit zum Überlegen zu geben, lehnte sie sich auf ihre Knie vor und küsste ihren Freund sanft auf die Wange. Als Odo sie überrascht ansah, wiederholte sie das Experiment auf seinem dünnen Mund, diesem abschreckenden Schlitz, der aller Hoffnung auf Kapitulation zu trotzen schien - und nach einem Augenblick deutlichen Erstaunens fand sie heraus, dass seine Lippen weicher und anpassungsfähiger waren als sie je zu träumen gewagt hätte. Starke, sehnige Arme umschlossen ihre Taille, und sie fand sich auf Odos Schoß sitzend, während sie dazu übergingen, einander wie wild zu küssen.

Es war Odo, dem es zu Kiras benebelter Enttäuschung als Erstem gelang, seinen Mund zu befreien. Wer hätte je gedacht, dass Odo so küssen könnte? Das war eins der Dinge, die mir Sorgen bereitet haben - wie das Innere seines Mundes wohl beschaffen wäre, wie es sich wohl anfühlen würde. Aber es fühlt sich wunderbar an... Kira erschauerte, als sie merkte, wie Odo mit seiner Handfläche ihren Nacken hinab zuerst über ihre nackte Schulter, dann sinnlich über die ganze Länge ihres Armes fuhr. Dann war er es, der erschauerte und sich mit offensichtlicher Mühe wieder unter Kontrolle bekam.

"Ist dies das, was du willst, Nerys? Oder tust du das nur aus - Freundlichkeit, oder aus Mitleid?"

Kira musste fast lachen, als sie an das Pochen zwischen ihren Schenkeln dachte und den fast unerträglichen Druck ihres Kleides gegen ihre harten und schmerzenden Brustwarzen. "Nein, Constable, " sagte sie ernst und war dem Frühlingswein dankbar dafür, dass er ihre Zunge gelöst hatte, "das, was ich jetzt will, bist du."

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Odo bedachte die unverblümten Worte sorgfältig und mit einem überraschenden Gefühl von Erleichterung, dass das Wort 'Liebe' nicht ausgesprochen worden war. Hätte sie gesagt, sie würde mich lieben, hätte ich ihr nicht geglaubt, noch nicht. Aber ich kann ihr zumindest glauben, dass sie mich begehrt, wenigstens heute Nacht. Die Beweise sind deutlich genug. Odo blickte dorthin, wo die hervorstechendsten Beweise sich unter dem eng anliegenden Stoff des Kleides abzeichneten. Als wenn sie seine Gedanken erraten hätte, hob Kira ihre Hände zu ihrem Nacken, öffnete das Oberteil ihres Kleides und ließ das Häufchen Stoff nach vorne in ihren Schoß fallen. Odo verstand den Wink und zog es weiter hinunter bis zu ihrer Taille. Dann liebkoste er mit seinen Augen Kiras kleine, feste Brüste, während er behutsam mit seinen Händen ihre Flanken hinauffuhr und mit seinen Daumen die dunklen, aufgerichteten Brustwarzen streichelte, die sich unter seiner Berührung noch weiter verhärteten. Kira entfuhr vor Lust ein leises Fast-Stöhnen, und dann versteifte sie sich plötzlich, ihre Augen aufgerissen vor Besorgnis. Odo ließ sofort seine Hände fallen und blickte Kira beunruhigt an.

"Nerys, stimmt etwas nicht?" Er schluckte und machte das tapfere Angebot: "Möchtest du, dass ich aufhöre?"

Kira schüttelte verneinend den Kopf, ihre Augen jedoch blieben ernst. "Könntest du mir sagen - als du Arissa geliebt hast, was hast du da getan?"

"Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was du meinst."

"Bist du - bist du humanoid geblieben? Ich - mir macht es nichts aus, wenn du es nicht tust, " beeilte Kira sich, hinzuzufügen. "Ich habe mich nur - gefragt."

Odo unterdrückte seine Bestürzung angesichts Kiras plötzlichem Anfall von Xenophobie - die Propheten mochten es wissen, sie war Bajoranerin, und die Bajoraner hatten bisher wenig Veranlassung gehabt, Fremden zu trauen. Stattdessen sagte er ruhig: "Die meiste Zeit, ja. Ich bin humanoid geblieben." Er ließ seine Stimme gleichmütig, fast klinisch klingen. "Ich habe meine Form gewandelt, so dass ich im Grunde genommen den gleichen Körper hatte wie damals, als die Gründer mich in einen Humanoiden verwandelt hatten. Und ich ließ ihn so reagieren, wie er es damals getan hätte." Er erlaubte sich ein kleines, bedauerndes Lächeln. "'Zu einer Sache zu werden bedeutet, eine Sache zu kennen.'" Er wappnete sich und fuhr fort: "Später, als wir miteinander geredet haben - fragte sie mich nach meinen anderen Erfahrungen, und da - da habe ich ihr gezeigt, was meine natürliche Form ist. Wie sie - sich anfühlt." Odo heftete seinen Blick auf Kiras Gesicht und beobachtete, wie Besorgnis und Neugier durch ihre dunklen, ausdrucksvollen Augen schossen.

Schließlich lächelte sie - ein scheues kleines Lächeln, während sie die Hände ausstreckte und den 'Stoff' streichelte, der seine Brust bedeckte. "Macht es für dich einen Unterschied, in welcher Form du es tust?"

Odo zuckte die Achseln, und es gelang ihm, das Lächeln zu erwidern. "Es bereitet mir Vergnügen, zu berühren - Temperaturen, Strukturen - egal, in welcher Form ich bin." Verstohlen legte er seine Hände wieder auf Kiras Taille und ließ sie von dort hinaufgleiten, um ihre Brüste zu umfassen. Er schwelgte darin, wie sich ihre erhitzten Brustwarzen gegen seine Handflächen pressten. Er drückte seine Lippen in die sanfte Rundung von Kiras Hals und seufzte, als er das Vibrieren des Stöhnens fühlte, das ihr entfuhr. "Warum beginnen wir nicht mit dem, was du kennst? Wenn du später mehr möchtest, kannst du es mir sagen."

"Ich möchte, dass du glücklich bist." Kiras Gesichtsausdruck war ernsthaft und nachdenklich, als sie sich zurücklehnte und Odos Gesicht mit den Händen umfasste. "Und wenn auch nur für heute Nacht." Die Worte wurden geflüstert, bevor sie ihren Mund auf seinen senkte.

Heute Nacht. Odo kämpfte den letzten Funken von Widerstand in sich nieder, diese innere Stimme, die ihm warnend zuschrie, dass der Morgen voller Schmerzen sein könnte. Nur heute Nacht ist wichtig. Der Morgen kann direkt zur Hölle fahren. "Bist du dafür bereit, dass ich --?" Odo hielt feinfühlig inne und fragte sich, wie er nur die Frage zu Ende bringen konnte, von der er hoffte, dass er sie gar nicht zu stellen brauchte. Kira stieß ein kurzes Lachen hervor, und ihre Stimme war von Wärme erfüllt, als sie mit einem hitzigen Murmeln antwortete:

"Ob ich bereit bin? Warum versuchst du nicht, das selbst herauszufinden?" Sie öffnete ihre Schenkel ein kleines bisschen, und ihr verführerisches Lächeln forderte eine sofortige Reaktion auf ihre provokative Einladung heraus. Odo musterte ihr Gesicht und wagte es, seine Hand leicht auf die Innenseite ihres Knies zu legen. "Du musst es schon etwas höher versuchen, Constable", flüsterte Kira, und Odo fuhr endlich mit seiner Hand die glatte Haut an der Innenseite ihres Oberschenkels empor, unter den kurzen Rock ihres Kleides und in die warme Wölbung, dort, wo ihre Schenkel zusammentrafen. Er glitt mit seinen Fingern unter die seidige Winzigkeit ihrer Unterwäsche und fand dort ein Büschel weichen Haares, das noch seidiger war und getränkt mit ihrer Flüssigkeit, wo es das Portal zu ihren innersten Tiefen umgab. Immer gründlich, ließ Odo einen behutsamen Finger diesen versteckten Eingang erforschen, und Kira entfuhr ein lautes Stöhnen.

Da war sie - diese fleischige Erhebung, die in verschiedenen Quellen, die von menschlichen Ärzten stammten, bezeichnet wurde als "eineinhalb mal größer als normalerweise bei menschlichen Frauen, und gekennzeichnet von einem Muster flacher Rillen, die denjenigen auf der bajoranischen Nase entsprechen". Sie lag auch tiefer als das bei Menschen die Norm war, an einer Stelle, an der sie tatsächlich stärker stimuliert werden würde beim Geschlechtsakt - ein Akt, den sie jetzt mit ziemlicher Begierde herbeisehnte. Odo durchfuhr ein Schauder, der weniger Erregung als pure Panik war. Ich muss meine Form ändern, diese 'Kleidung' loswerden. Ohne Nerys einen Schreck einzujagen oder sie auch nervös zu machen.

Odo entschied sich schließlich für die nächstliegende Ausrede. Er setzte Nerys auf das Sofa neben sich, küsste ihren leidenschaftlichen Mund mit aufreizender Langsamkeit und sagte: "Entschuldige mich. Ich muss mich umziehen gehen."

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Ich muss mich umziehen gehen. Kira lehnte sich im Sofa zurück und bedachte die Worte, in denen plötzlich Welten der Sinnlichkeit mitzuschwingen schienen. Bajoraner waren im Allgemeinen nicht gerade berühmt für ihre Liebeskünste - an den Sex gingen sie genauso schnörkellos heran wie an die meisten Dinge des Lebens. Sie hatte mit Sicherheit noch nie so viel Zeit damit verbracht, von einem voll bekleideten Partner geküsst und liebkost zu werden, so dass sie den Eindruck hatte, jedes Nervenende in ihrem Körper würde gleich explodieren -aber er ist ja gar nicht bekleidet, flüsterte ihr eine Stimme in ihrem Kopf zu. Er war die ganze Zeit nackt. Er ist immer nackt. Kira überlegte, wie sich dieses geistige Bild wohl auswirken würde, wenn sie das nächste Mal bei einer Mannschaftsbesprechung neben Odo sitzen würde.

Oh, ihr Propheten, eine Mannschaftsbesprechung... du musst mit Odo arbeiten, Nerys, und das jeden Tag. Welche Auswirkungen wird dies hier darauf haben? Willst du ihn als Geliebten, oder willst du ihn nur wegen der Lustgefühle, die du jetzt erleben kannst?

"Bist du in Ordnung?"

Diese leise gesprochenen Worte lenkten Kira von dem ab, was ein ziemlich beunruhigender Wachtraum hätte werden können. Stattdessen blickte sie auf und sah Odo in der Türöffnung stehen, die ins Schlafzimmer führte. Sein Körper lag im Schatten, der nur hin und wieder durch das Flackern des Kerzenlichts durchbrochen wurde. Dennoch war es hell genug, dass Kira erkennen konnte, dass er hager und sehnig gebaut war, seine Muskulatur schlank, jedoch gut ausgebildet, sein Bauch flach und fest. Während unterhalb des Bauches -

Kira zwang sich, ihren Blick auf Odos Gesicht zu richten, während sie langsam auf die Füße kam. "Bleib' da. Lass mich zu dir kommen." Sie streifte das Kleid ab, das inzwischen nur noch aus einer knautschigen Rolle um ihre Taille herum bestand und ging mit festen, gleichmäßigen Schritten zu Odo, so dass sie ihre Arme um seine Taille schlingen und ihren Körper in ganzer Länge an seinen pressen konnte. Sie war sich nicht sicher, was sie erwartet hatte, wie er sich wohl anfühlen würde, stellte aber fest, dass er wunderbar real war.

Fest, solide, dachte Kira benommen, während Odo wieder anfing, sie zu küssen, er fühlt sich fest an. Fest und glatt. An Männer gewöhnt, die Narben aus der Zeit der cardassianischen Besatzung in sowohl ihr Fleisch als auch in ihre Seele eingebrannt bekommen hatten, war Odos makellose Haut für Kira eine völlig neue Tasterfahrung und ein lustvolles erotisches Fest, während er mit seinen Händen ihren Rücken hinabfuhr und sie an sich hochhob. Ich vergesse immer, wie stark er ist, wunderte sich Kira, bevor jeder zusammenhängende Gedanke ausgelöscht wurde, als ein extrem realistischer Penis von beachtlicher Größe in ihre wartenden Tiefen eindrang. Odos Arme gaben nicht nach, während er sie aufrecht hielt, und sie keuchte und wand sich an ihm - Kira war sich undeutlich bewusst, wie sie auf das Bett gelegt wurde, bevor Odo in eine gleichmäßige schaukelnde Bewegung fiel und diesen wunderbaren Schlikta wieder und wieder hineinstieß... Kira schrie laut auf, als ein herrlicher Höhepunkt sie durchfuhr, Welle auf Welle, bis sie vor Erschöpfung erschlaffte. Odo hielt in seiner Bewegung inne, aber Kira dämmerte die vage, jedoch lustvolle Erkenntnis, dass er immer noch hart war, immer noch in ihr, und dass sie ihn niemals mehr loslassen wollte.

"Bei den Propheten", flüsterte sie, während sie mit zitternden Fingern über den Rücken ihres Partners fuhr, "wer hat dir beigebracht, so zu lieben?"

Durch ihre halb geschlossenen Lider konnte Kira sehen, dass Odo durch die Frage erschreckt war und etwas verlegen. "Bücher, größtenteils."

"Bücher?" Kira grinste leicht, und stützte sich auf ihre Ellenbogen auf, so dass sie besser in Odos Gesicht blicken konnte, das plötzlich einen verschüchterten Ausdruck hatte. "Was für Bücher? Lehrbücher?"

"Nein - Romane."

"Diese Bücher möchte ich aber gerne mal lesen", schnurrte Kira, während sie Odo in ihre Arme herabzog und anfing, ihn zu küssen.

"Ich leihe sie dir gerne. Die meisten sind von Menschen oder Bajoranern verfasst."

"Welches sind die bajoranischen?" Kira strich mit den Händen träge über Odos Schultern, seine Brust, seinen Bauch, dann weiter unten über die warmen Rundungen, die hinter seinem Glied hingen, das sie immer noch ausfüllte. "Fühlt sich das genauso an, wie damals, als du humanoid warst?" fragte sie leise. "Fühlt es sich gut an?"

"Es fühlt sich wunderbar an - das ist etwas Schönes, das ich dadurch gelernt habe, dass ich humanoid war, nämlich, wohin ich die Nervenenden tun muss. Ihr Propheten, ich könnte das die ganze Nacht lang tun." Er fing wieder an, sich sanft zu bewegen. Kira stieß einen kehligen Seufzer aus und fragte sich, ob sie eine solche Nacht würde durchstehen können, ohne in Ohnmacht zu fallen.

"Hat in einem der Bücher, die du gelesen hast, jemand so etwas gemacht?" neckte sie, während ihre Hände höher fuhren, um Odos Hintern zu packen.

"Ja, tatsächlich - es kam vor in Cleramida, und in Cleramida triumphiert auch."

Kiras Augen weiteten sich, als Odo ganz ernst die Titel von Büchern zitierte, bei denen es sich um leidenschaftliche, wenn auch unrealistische Liebesromane handelte, die sie und Lupaza als junge Frauen verschlungen hatten. Sie hatten auch über die Potenz von Cleramidas zahlreichen Liebhabern gekichert. "Wenn ich jemals einen Mann finde, der das kann, dann heirate ich ihn, " hatte Lupaza verkündet, und Kira hatte ihr zugestimmt.

Rat mal, was passiert ist, witzelte eine innere Stimme, du hast einen gefunden.

Kira seufzte auf, als Odo sich von ihr löste. Dann versteifte sie sich, als Odo begann, ihren Körper von oben nach unten mit Küssen zu bedecken. Sein Mund verhielt etwas an ihren Brüsten, seine Zunge umfuhr ihre Brustwarzen und er nahm eine nach den anderen in den Mund und sog daran. Er sog nicht nur daran, er knabberte auch - Kira keuchte schon bald, und ihre Hände und Augen flehten ihren Geliebten an, in sie einzudringen. Stattdessen verließ Odos Mund ihre Brüste, um noch tiefer zu wandern - nachdem ihrem Nabel ein lustvolles Maß an Aufmerksamkeit geschenkt worden war, glitt Odos Zunge über die Wölbung ihres Bauches, um zwischen ihren Schenkeln unterzutauchen. Sie fand die Erhebung ihrer Klitoris und widmete sich ihr mit sinnlicher Gründlichkeit.

"Oh, ihr Propheten..." Kira krallte eine Hand in Odos Haar, während die andere unwillkürlich zu ihren Brüsten flog, um ihre Brustwarzen zu streicheln und so ein paar zusätzliche Lustempfindungen dem förmlichen Erdrutsch an Gefühlen, der sie überwältigte, hinzuzufügen. Dax hat mir erzählt, dass Menschen und Trills gerne das tun, was Odo gerade tut - ich habe ihr nicht ganz geglaubt, es erschien so sinnlos. Kira stöhnte und schrie auf, als der Sinn der Übung völlig klar wurde, und sie versank in eine Verzückung, die ihren gesamten Körper einschloss. Keine Bedenken wegen Empfängnis verhütender Maßnahmen oder wegen der Befriedigung ihres Partners, nur perfekte, unbekümmerte Lust - schlaff vor Erschöpfung gelang es Kira, ihre Augen gerade einen Spalt weit zu öffnen, als Odo heraufglitt, um sich neben sie zu legen und sie in seine Arme zu ziehen.

"War das in Ordnung?" flüsterte er und streckte seine Hand aus, um ihre Wange zu streicheln. Seine Fingerspitzen fühlten sich leicht wie Schmetterlingsflügel an ihrer Haut an.

"Das war wunderbar, " hauchte Kira, ergriff seine Hand und presste sie an ihre Lippen. Dann kämpfte sich doch eine kleine Sorge ihren Weg frei in die oberste Etage von Kiras Bewusstsein. "Wie ist es mit dir? Es scheint nicht, als ob wir bisher viel für dich getan hätten."

"Weißt du, wie oft ich davon geträumt habe, dich zu lieben?" Die Frage war im leisesten Flüsterton gesprochen. "Ich möchte mir Zeit lassen - jeden Zentimeter von dir küssen, von dem Punkt in deinem Nacken, an dem das Haar zu einer kleinen Spitze zusammenwächst -" Odo hielt inne, um es zu demonstrieren "-bis zu deiner Fußwölbung und zu jedem Zeh. Ich möchte über dich fließen wie -" Odo hielt abrupt inne. Seine Augen verdunkelten sich, und er wandte sich ab.

Kira empfand einen plötzlichen Anfall von Schamgefühl, und sie streckte ihre Hände aus, damit sie sie sanft auf Odos Schultern legen konnte. Ich denke, es ist völlig offensichtlich, dass du an 'fremdartigen Sex-Praktiken' Riesenspaß haben kannst, Nerys. Kira presste ihre nackten Brüste in Odos Rücken und blies zärtlich in sein Ohr. "Über mich fließen wie was?" murmelte sie mit ihrer rauchigsten Stimme. Ihre Arme schlangen sich fest um ihn. "Erzähl' es mir."

Odo ergriff Kiras eine Hand und fing an, sie in langsamen, kreisenden Bewegungen über seine Brust und seinen Bauch zu führen. "Wie Honig", flüsterte er. "Wie Wellen über einen Strand an einem heißen Sommertag. Wie ein warmer Regen."

"Dann tu es", wisperte Kira. "Fließe über mich." Sie dachte sorgfältig nach und fügte hinzu: "Verbinde dich mit mir, Odo."

Odo drehte sich nicht in ihren Armen. Stattdessen wandelte er sich, so dass sein Gesicht, diese klar umrissene, spartanische Skulptur, dort auftauchte, wo Sekunden vorher noch sein ihr zugekehrter Hinterkopf gewesen war. Kira fühlte, dass eine ähnliche Umformung auf der ganzen Länge des Körpers ihres Partners stattfand, und sie erlaubte sich nicht das geringste Zögern, als sie seine Umarmung erwiderte. "Verbinde dich mit mir." Es wurde zu einem leise gesprochenen Mantra. "Verbinde dich mit mir."

Es begann an ihren Fingerspitzen, als die Hände, die die ihren hielten, flüssig wurden und anfingen, sie wie eine zweite Haut zu umgeben. "Sag' mir, falls du es dir anders überlegst", wies Odo sie an. Kira nickte ungeduldig, während sie fühlte, wie ihre Nervenenden als Reaktion auf diese sich ausdehnende, sanft kitzelnde, flüssige Berührung ein neues Leben begannen, eines, das über alles hinausging, was sie je erlebt hatte.

Es war, als ob ein Teich aus lebendigem Wasser sie langsam einhüllte. Ich bin in ihm, erkannte sie endlich zu einem unbestimmten Zeitpunkt, er umgibt mich völlig. Nur ihre Augen und ihre Nase waren außerhalb des ekstatischen Bades. Dann merkte sie, dass ein Auswuchs von Odos Substanz einen Weg in ihre Vagina gefunden hatte. Dort schwoll er an, um ihre inneren Wände zu streicheln, während ein anderer sanft die straffe Öffnung ihres Anus erkundete. Ein dritter formte sich zu einer Zunge, um das Innere ihres Mundes zu liebkosen. Ich bin in ihm, und er ist in mir. Eine winzige Ecke in Kiras Verstand spielte mit der Idee, in Panik zu geraten, aber die Botschaft, die ihre Haut aussandte, war sehr viel stärker.

Sie hatte die Nacht ihres Lebens.

Die Substanz, die sie umschlang, formte Münder, um ihre Brustwarzen zu liebkosen und Fingerspitzen, die verführerische Tremoli ihre Wirbelsäule hinabspielten. Strömungen und kleine Wirbel tanzten lustvoll über ihren Körper. Je mehr Kira sich wand, desto erregter wurde das Spiel der goldenen, dickflüssigen Substanz an ihrem Körper, bis Kira anfing, zu schreien, als die Leidenschaft ihr Tränen in die Augen trieb und ihre Nase zu laufen anfing. Ihr Herz fühlte sich an, als wenn es gegen einen Amboss geschlagen würde. Ihre Lungen waren voll damit beschäftigt, genügend Luft einzusaugen, damit sie ihre Ekstase hinausschreien konnte. Dann liebkoste ein sanfter Ableger das Innere ihres rechten Ohres und schien direkt bis in ihr Pagh vorzudringen.

Irgendwie gelang es Kira, noch einen einzigen zusammenhängenden Gedanken zu fassen. Vielleicht überlebe ich dies nicht, aber was für eine Art, zu sterben!

Das nächste, was sie wahrnahm war, wie sie ihre Augen mitten auf der Krankenstation öffnete.

Sie hörte Dr. Bashirs leise, kultivierte Stimme beruhigend murmeln. "Sie kommt wieder völlig in Ordnung, Odo." Der Doktor trat in Kiras Gesichtsfeld. Er bemerkte zunächst nicht Kiras geöffnete Augen, als er die Werte von oberhalb des Bettes ablas. "Sie hat nur hyperventiliert... was sie durchgemacht hat, war offensichtlich eine Art sensorischer Überlastung von... von..."

Bashirs Stimme geriet ins Stocken, und sein schmales Gesicht errötete, während er die Daten deutete, die seine entgegenkommenden Bio-Sensoren lieferten. "... von ungefähr 22 bis 24 Uhr heute Abend." Es war eine ritterliche Rettungstat.

"Mir geht's prima", sagte Kira kurz. Bashir blickte auf sie herab, und ein kleines Lächeln zuckte um seine Mundwinkel.

"Das kann ich mir vorstellen", nuschelte er. "Nur denken Sie daran, Major, auch des Guten kann es manchmal zuviel sein."

Kira schaute hinüber zu Odo, der angespannt und besorgt in seiner üblichen braunen Sicherheitsuniform dastand. Nur dass es das doch nicht ist. Kira schenkte ihm ein sanftes, sinnliches Lächeln, während ihre Augen voll Verwunderung über ihn wanderten. Es ist nicht des Guten zuviel - es ist gerade richtig. Und das ist keine Uniform - alles daran ist Odo. Mein fremdartiger Geliebter. Odo. Ein Glücksgefühl sprudelte in ihr hoch, perlend wie ein Lachen, warm wie ein Kuss im Frühlingsregen.

"Sieh nicht so besorgt drein, Constable", neckte sie. "Ich bin so gesund wie ein Kivik. "

Odo gelang es, den Hauch eines Lächelns hervorzubringen. "Bist du sicher?"

"Ich bin ganz sicher." Kira schaute an sich herab und bemerkte, dass sie unter der Decke nichts anhatte. Eine teuflische Idee brachte die Grübchen in ihren Wangen zum Tanzen. "Jetzt komm her zu mir, ich brauche jemanden, den ich auf dem Weg in mein Quartier anziehen kann."

Bashirs Gesicht sprach Bände, als er sich stumm entschuldigte und aus der Krankenstation hinausglitt. Genauso wie ein paar Minuten später Kira, gekleidet in ein bernsteinfarbenes Gewand, das sowohl lieblich als auch liebevoll schimmerte.


Fortsetzung folgt: Ausgleichende Annehmlichkeiten


Anmerkung der Übersetzerin: Ich bin Amateurin, habe alles "nur aus Liebe getan", Urteil an: Sugambra@msn.com


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